BildRat, Tipps und kompetente Hilfe zur Selbsthilfe zum "alten" Fiat Panda I
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Bei Autoscout gefundener Gebrauchtwagentest-Bericht

29.03.2007, 01:16

Gebrauchtwagentest Fiat Panda
Für kultige Kerle
Von Oliver Lauter

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Mehr Auto braucht kein Mensch: Das dachte sich wohl Designer Giorgetto Guigiaro, als sein Baby 1980 das Licht der automobilen Öffentlichkeit erblickte. Eine Kiste ohne Extras. Nur für eins gemacht: Um möglichst billig von A nach B zu fahren.

Den Geiz erkauft sich der Kunde leider mit viel Verzicht: Keine Servo, keine Fensterheber, kein Komfort. Trotzdem hat auch der Panda seine Fans. Vor allem, wenn er mit Faltdach oder Allrad daher kommt.

Aktuelle Ausgabe

Die Motorenpalette ist sehr übersichtlich. In Deutschland gab es den Fiat Panda ausschließlich als Vierzylinder mit 34 und 45 PS. Die Motoren sind Triebwerke aus den betagten Fiat 127ern. Entsprechend unkultiviert gehen sie zu Werke. Nicht selten starben sie unter dem Gewaltgasfuß grob motorisch veranlagter Studenten den Hitze- (Kopfdichtung) und Getriebetod (Synchronringe).

Der Panda 45 hatte nur 4-Gang-Getriebe und drehte bergab bis zur Unendlichkeit. Wer Wert auf Haltbarkeit und akzeptable Innenraum-Lautstärke legte, bestellte ab 1983 den Panda 45S mit lang übersetztem 5. Gang. Linderung brachte die Einführung der super leichten FIRE-Motoren-Generation (ab 1985). Die FIRE-Motoren mit 750, 900 und 1000 Kubik waren wesentlich leiser und noch etwas sparsamer. Während die ersten Vierzylinder 6 bis 7 Liter schlürften, konnte man den 1000 CL i.e auch mit 5,2 Liter bleifrei Super bewegen. In Italien gab es den Panda übrigens auch als selbstzündenden Panda D und als Zweizylinder-Benziner. In Deutschland ersparte man sich diese Motoren, da sie weder Verbrauchs- noch Komfort-Vorteile brachten.

Richtig interessant ist der Panda 4x4 mit zuschaltbarem Allrad-Antrieb. Er ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit die preiswerteste Möglichkeit, 4x4 zu fahren. Aufgrund des geringen Gewichts ist der Förster-Panda erstaunlich kletterfreudig. Abzuraten ist vom Panda mit stufenloser ECVT-Automatik. Jegliche Motorleistung erstickt im hoch jaulenden Planetengetriebe. Ein Geheimtipp sind die zuletzt in Ministückzahlen nach Deutschland importieren 54 PS-Pandas mit G-Kat. Sie bieten verblüffende Fahrleistungen bei Miniverbrauch.

Karosserie und Innenraum

Die ersten Fiat Panda waren regelrechte Wegwerfautos. Schon nach fünf Jahren fingen die Dinger derart an zu rosten, dass die meisten Pandas den dritten TÜV-Termin gar nicht mehr erleben durften. Neuralgische Stellen sind: Radläufe, Türen und die Unterkante der Heckklappe. Die modifizierte Modellreihe (ab 1985) korrodiert zwar weniger, bietet aber kaum mehr Crash-Sicherheit als ein Bobby-Car. Keine Knautschzone, kein Airbag, kein Seitenaufprallschutz, keine Gurtstraffer. Eltern sollten es sich gut überlegen, ob ihre Kids wirklich mit einem Panda durch die Lande kutschieren wollen. Abgesehen davon macht das Einparken ohne Servolenkung nicht wirklich Spaß.

Die Sitze haben so viel Polsterauflage wie eine Gartenliege. 200.000 Kilometer im Panda sind der Garant für einen Bandscheibenvorfall. Super selten aber faszinierend luxuriös ist das Sondermodell Panda Ponte von 1988. Wer noch so ein Modell mit Velourssitzen und Metallic-Lack ergattert hat - unbedingt behalten! Klasse bei allen Fiat Panda ist das Innenraumkonzept. Die Rücksitzbank lässt sich vielfach umklappen, aufklappen und einstellen. Sogar zum Babybett konnte man die Fondbank umgestalten. Voraus gesetzt, das Baby blieb freiwillig drin liegen.

Bei häufiger Beladung zerkratzen Kunststoffe und lackiertes Blech im Kofferraum. Die Heckablage reißt gerne aus ihrer Verankerung. Das alles sieht man dem Panda gerne nach, weiß man doch, die tolle Kiste hat fast nix gekostet.

Fazit

Das alte Problem der Billigautos: Sie bekommen so gut wie keine Pflege. Entsprechend mies ist oft der Zustand der Pandas. Deshalb: Lieber ein paar Euro mehr ausgeben und einen spießigen Ersthand-Panda mit UKW-Radio aus Rentnerhand kaufen als eine Studentenschlurre mit HiFi-CD-Anlage. Wer einen Fiat Panda I kauft, sollte sich im Klaren sein, das er ein Auto von vorgestern erwirbt. Andererseits wartet der Panda mit extrem günstigen Unterhaltskosten auf. Verschleißteile gibt es zum Sparkurs. Für Landwirte oder Förster ist der Panda 4x4 eine tolle Alternative zu den Sprit saufenden Offroadern.

Technisch gibt es am Fiat Panda außer den üblichen Verschleißteilen nichts zu bemängeln. Besonderes vorsichtig sollte man beim Kauf eines Selecta-Modells sein. Reagiert die Automatik schwerfällig auf das Einlegen der Fahrstufe, ist meist die magnetische Kupplung defekt. Das kann bis zu 2.000 Euro kosten.

Der Markt

Die Fiat Panda der ersten Baureihe (1980) sind nahezu ausgerottet. Der Rost hat sie dahin gerafft. Höchstens in Italien findet man noch ein paar resistente Exemplare. Wer unbedingt Panda fahren will, dem empfehlen wir das letzte Modell mit geregeltem Katalysator und doppeltem Faltdach. Relativ Wert beständig sind die Panda 4x4 mit Allrad. Falls Sie sich für den neuen Panda II interessieren, achten sie unbedingt auf das Herkunftsland. Nicht in allen europäischen Ländern hat der neue Panda II serienmäßig ABS.


Habe nichts schon vergleichbares spontan hier im Forum gefunden und fand es war irgendwie gut zu lesen ;)

29.03.2007, 01:16

29.03.2007, 09:44

Ja, find ich auch, nett zu lesen und noch nie gesehen ! Danke !

Hab grad mal bei ciao.de gekuckt:

57 Erfahrungsberichte Panda 750
3 Erfahrungsberichte Panda 900
38 Erfahrungsberichte Panda 1000
3 Erfahrungsberichte Panda 1100

Viel Spaß !!!
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